Bildungsreise des Kreisverbands Regen nach Slowenien

Ein verlängertes Wochenende über Christi Himmelfahrt nutzten 47 Imkerinnen und Imker des Kreisverbands Regen zu einer gemeinsamen Bildungsreise nach Slowenien – einem Land, das weit über seine Grenzen hinaus für seine ausgeprägte Imkerkultur bekannt ist. Neben fachlichen Einblicken standen vor allem der persönliche Austausch, das gesellige Miteinander und das Kennenlernen der slowenischen Imkertradition im Mittelpunkt.

Bereits bei der Anreise zeigte das Wetter seine wechselhafte Seite: Bei Regen startete die Gruppe mit dem Reisebus Richtung Slowenien. Am nächsten Morgen präsentierte sich der Olympia-Wintersportort Kranjska Gora überraschend winterlich – mit Neuschnee auf den Bergen.
Die entspannte Atmosphäre sorgte schnell für gute Stimmung innerhalb der Gruppe. Besonders geschätzt wurden die vielen Fachgespräche und der Austausch zwischen Jung und Alt – von langjährigen erfahrenen Imkern bis hin zu engagierten Nachwuchsimkern.

Am Freitag stand der Besuch des slowenischen Zentrums für Bienenzucht auf dem Programm. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt und erhielten praxisnahe Einblicke in verschiedene Bereiche der Imkerei. Neben einem Besuch am Bienenstand konnten die Reisenden die Wachsverarbeitung mit Mittelwandherstellung kennenlernen sowie an einer Honigverkostung teilnehmen. So gibt es große Unterschiede zwischen Kastanie, Linde, Robinie, Frühblühern und vielen weiteren schmackhaften Sorten. Deutlich wurde dabei, welchen hohen Stellenwert die Imkerei in Slowenien besitzt.




Am Nachmittag ging es weiter in die Hauptstadt Ljubljana. Trotz strömenden Regens zeigte sich die Stadt eindrucksvoll und lebendig. Besonders die imposante Burganlage oberhalb der Altstadt hinterließ bleibenden Eindruck. Auch die historische Architektur und die Atmosphäre entlang der Ljubljanica begeisterten die Reisegruppe.
Der Samstag stand ganz im Zeichen der Tradition. Bei schönsten Sonnenschein besuchten die Bieneninteressierten im malerischen Radovljica das Imkereimuseum mit seiner umfangreichen Sammlung historischer Exponate und den typisch bunt bemalten Bienenstockbrettchen mit biblischen, historischen Szenen oder Abbildungen eines räuberischen Honigbären. Ein besonderes Highlight war anschließend der Besuch einer kleinen Bio-Imkerei mit 25 Bienenvölkern. Dort erhielten die Teilnehmer interessante Einblicke in die Arbeit mit traditionellen slowenischen Hinterbeuten. Alle wurden mit Köstlichkeiten aus Honig verwöhnt – von Honigplätzchen über -kuchen bis hin zu Honiglikör.

Großes Interesse galt auch der in Slowenien streng geschützten Carnica-Biene. Die Reinzucht und Überwachung dieser Bienenrasse wird dort konsequent betrieben. Fachlich interessant war zudem der Vergleich mit den Verhältnissen im Bayerischen Wald: Die Honigerträge liegen regional unterschiedlich in einem ähnlichen Bereich, allerdings werden in Slowenien deutlich höhere Honigpreise erzielt. Zudem erhalten slowenische Imker Zuschüsse für jedes Volk.

Eine Abendwanderung zum malerisch gelegenen Jasna-Stausee rundete die Reise ab. Bei traumhaftem Wetter bot sich den Teilnehmern ein beeindruckendes Alpenpanorama.
Auf der Heimreise machte die Gruppe noch Halt in Planica, dem berühmten Zentrum des Skispringens. Dort besichtigten die Teilnehmer die gigantische Skiflugschanze, auf der der aktuelle Weltrekord von 254,50 Metern gesprungen wurde. Die Dimensionen der Anlage vor dem Alpenpanorama sorgten nochmals für Staunen, bevor die Reisegruppe mit vielen neuen Eindrücken die Heimfahrt antrat.



Die Bildungsreise zeigte eindrucksvoll, wie lebendig die Imkerkultur in Slowenien gepflegt wird. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wertvoll der persönliche Austausch und das gemeinsame Erleben innerhalb des Kreisverbands sind.
Bericht und Bilder: Stefanie Strunz – vielen Dank dafür.
Für die Mitreisenden sind alle Bilder hier abrufbar:
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